| / news / view / 300 |
576 Pagehits |
|
|
|
 |
Insel-Bürgermeister entmachtet |
|
Erstellt von jucker am 28.12.2004 11:24
|
Morgen wird Frank Botter (SPD) vor der Gemeindevertretung von Helgoland als Bürgermeister vereidigt. 67,4 Prozent der Insulaner hatten ihm während der Wahl am 13. Juni erneut das Vertrauen ausgesprochen. Doch geht es nach einem Mann in Tübingen, sind Botter und die Politiker längst ihrer Ämter enthoben. Helgoland ist seit dem 15. Dezember Teil des Königreichs von Marduk. Sein absoluter Herrscher: H. M. König Marduk I.
Marduk wurde 1946 in Tübingen geboren. Auch heute noch lebt er in seiner Geburtsstadt. Eigenen Angaben zufolge ist seine Frau 1981 gestorben. Zwei Jahre später heiratete er erneut. Er hat „drei Prinzen in der Erbmonarchie im Alter von 16, 23 und 29 Jahren“.
Marduk hat es sich zur Aufgabe gemacht, verdeckte staatsfreie Räume zu entdecken, diese zu okkupieren und seine Ansprüche bei den Vereinten Nationen geltend zu machen. Einen solchen staatsfreien Raum glaubt er in der zum Kreis Pinneberg gehörenden Insel Helgoland einschließlich der vorgelagerten Düne gefunden zu haben.
Marduks Fazit: Helgoland gehört völkerrechtlich nicht zur Bundesrepublik Deutschland. Diese Aussage belegt der Tübinger ausführlich, unter anderem auch in einer „diplomatischen Note“ an Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD). Nach dem Zweiten Weltkrieg, so führt er aus, gehörte die Hochseeinsel - anders als Schleswig-Holstein - nicht zur britischen Besatzungszone. Selbst als das nördlichste Bundesland sich 1949 eine Verfassung gab, war Helgoland nicht integriert. Vielmehr erhoben die Briten weiterhin Anspruch auf das Eiland, um es als Ziel für ihre Bomber zu nutzen. Am 26. Februar 1951, so Marduk, teilte die britische Regierung die Freigabe Helgolands mit. Damit wurde die Insel völkerrechtlich „herrenlos“. Am 1. März 1952, so räumt der Tübinger ein, sei Helgoland von den „britischen Alliierten zur Verwaltung an Deutschland zurückgegeben worden“. Doch auch danach sei die Hochseeinsel nie in die Bundesrepublik oder in Schleswig-Holstein staatsrechtlich integriert worden.
Bürgermeister Botter nimmt seine „Amtsenthebung“ gelassen und wird sich morgen vereidigen lassen. Er hat Marduk eine E-Mail geschrieben, mit der er den Monarchen einlädt, an diesem demokratischen Zeremoniell teilzunehmen. Die Helgoländer, so der Bürgermeister unmissverständlich, bekennten sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung und für sie gelte das Grundgesetz.
Botter gesteht gegenüber Marduk allerdings ein, dass dessen historische Recherchen inhaltlich in Ordnung seien. Allerdings: Die besonderen Umstände der Wiederfreigabe und die vielfältige Hilfe des Bunds und des Lands während der vergangenen 50 Jahre hätten verdeutlicht, dass die Bundesrepublik Helgoland als Teil dieses Staats anerkannt habe. Darüber hinaus bekennen sich die Helgoländer zur Geschichte der Friesen und für die gelte: „Lieber tot als Sklave.“
|
|
|
| |
|
|
Du musst eingeloggt sein um Kommentare schreiben und Bewertungen abgeben zu können!
|
| Bewertung: |
     |
| Anzahl Bewertungen: |
0 |
| Anzahl Kommentare: |
0 |
|
|
|
|