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Erst der Tsunami, dann die Kinderhändler
Erstellt von jucker am 05.01.2005 11:44  
Horrormeldungen aus dem Katastrophengebiet in Südasien: Während die Suche nach den Vermissten in vollem Gange ist, werden Kinder aus Aceh zum Kauf angeboten. Frauen sollen in Lagern vergewaltigt worden sein.

Für John Budd vom UN-Kinderhilfswerk Unicef ist es schlicht "schauerlich": 300 Waisenkinder aus der von der Flutkatastrophe besonders schwer getroffenen indonesischen Provinz Aceh werden von anonymen Geschäftemachern zum Verkauf angeboten. Die Nachricht traf per SMS im malaysischen Unicef-Hauptquartier ein. "Das zeigt, dass sie die Kinder schon in ihrer Gewalt haben oder dass sie über ein Netzwerk verfügen, mit dem sie ein Kind nach Wahl herausgreifen können", fürchtet Budd. Bei makabren Textbotschaften blieb es nicht: In einem Fall ist bewiesen, dass ein Kind aus Aceh in Sumatras Hauptstadt Medan verschleppt wurde. Die Kinderhändler haben sich auf die Altersklasse der Drei- bis Zehnjährigen spezialisiert.

Kinderhandel ist in Indonesien nichts Neues, doch wirkt das kriminelle Treiben vor dem Hintergrund der Flutkatastrophe umso skrupelloser. "Es gibt Banden, die das schon seit langer Zeit machen", sagt Budd. Medan habe sich als eine Art Umschlagplatz herausgebildet, die Kinder würden vorzugsweise nach Malaysia und Singapur verkauft und dort von den Abnehmern adoptiert. Von Nicht-Regierungsorganisationen wurde Unicef darüber informiert, dass mehrere hundert Kinder aus der Provinz Aceh in die indonesische Hauptstadt Jakarta verfrachtet wurden. "Wir wissen nicht, ob es zum Schutz war oder ob sich dahinter etwas Finsteres verbirgt", sagt Budd.

Vergewaltigungen im Zuge der Hilfeinsätze

Das Schaudern über die kriminellen Machenschaften in der Krisenregion beschränkt sich nicht auf den Kinderhandel. "Wir hören von Vergewaltigungen, von sexuellem Missbrauch von Frauen und Kindern im Zuge unkontrollierter Hilfseinsätze", klagt die Menschenrechtsgruppe Women and Media Collective. In Sri Lanka wurden Fälle bekannt, in denen Leichen aus Krankenhäusern gestohlen und Finger oder Ohren von Verstorbenen abgeschnitten wurden, um den daran befestigten Schmuck zu rauben. Selbst unter dem Deckmantel der Hilfe kommen die Kriminellen daher: Auf den thailändischen Urlaubsinseln Phi Phi machte sich ein Team von 200 "Helfern" aus dem Staub, nachdem die Polizei bei 20 von ihnen Diebesgut aus Leichenfledderei entdeckt hatte.

"In einem derartigen Tumult, wenn Familien zerbrechen, wenn es wenig Würde und Hoffnung gibt, sind Kinder verstärkter Missbrauchsgefahr ausgesetzt", warnt UNICEF-Direktorin Carol Bellamy. So herrscht Sorge um das Schicksal eines Zwölfjährigen aus Schweden, der aus einem thailändischen Krankenhaus verschwunden ist . Die Skrupellosigkeit kennt keine Grenzen: Die Hilfsorganisation Oxfam beklagt, dass in ihrem Namen falsche Spendenaufrufe ergingen. In Schweden werden die Namen von Vermissten nicht veröffentlicht, um Einbruchsdiebstählen vorzubeugen. Das haben die schwedischen Behörden aus dem Untergang der Fähre "Estonia" 1994 gelernt.

Krisengipfel als Ort für Attentate

Und dann gibt es noch die Sorge, dass selbst der für Donnerstag in Jakarta angekündigte Krisengipfel zur Flutkatastrophe für eine Bluttat missbraucht werden könnte. Die indonesischen Behörden müssen fortwährend mit Attentaten rechnen, seit auf Bali im Oktober 2002 bei Anschlägen auf zwei beliebte Nachtclubs 202 Menschen ums Leben kamen. Im bevölkerungsreichsten moslemischen Land der Welt könnten sich islamische Fundamentalisten berufen fühlen, bei dem Gipfel erneut zuzuschlagen.
www.sat1.de
 

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Anzahl Kommentare: 4
Erstellt von gyrotron am 05.01.2005 14:06 Abgegebene Bewertung:
echt unterste.
Waren selbst mal Kinder...
Erstellt von mix am 05.01.2005 17:23 Abgegebene Bewertung:
solche menschen sind wirklich das unterste
Erstellt von Urosch am 05.01.2005 19:43 Abgegebene Bewertung:
nächstes mal soll es diese kinderentführer wegschwemmen...
Erstellt von jucker am 06.01.2005 21:08 Abgegebene Bewertung:
oder mallorca -.-

sollte man eigentlich nicht spassen damit..

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