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PCs suchen nach Gravitationswellen
Erstellt von fmj am 07.02.2005 13:23  
Mit Hilfe von Heimcomputern wollen Forscher Gravitationswellen nachweisen – fast 90 Jahre, nachdem Albert Einstein ihre Existenz vorausgesagt hatte.

Bis zu eine Million Computernutzer aus aller Welt sollen Wissenschaftlern beim Nachweis von Gravitationswellen helfen. Die Rechner sollen Daten analysieren, die vom amerikanischen Laser Interferometer Gravitational Wave Observatory (Ligo) und vom deutschen GEO 600-Gravitationswellendetektor gesammelt werden. Albert Einstein hatte in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie 1916 die Existenz dieser Wellen behauptet, der unmittelbare Nachweis steht allerdings bis heute aus.

Verzerrungen der Raumzeit

Gravitationswellen werden der Theorie nach erzeugt, wenn große Massen im Universum ihre Geschwindigkeit oder Form verändern. Dadurch wird die Struktur der Raumzeit verformt, und es entstehen Wellen, die sich ausbreiten. Die auftretenden Verformungen sind allerdings sehr gering, weswegen es bislang keine direkten Nachweis des Phänomens gibt.

Ein indirekter Nachweis wurde durch die Astronomen Joseph Taylor und Russell Hulse geführt. Sie hatten Abweichungen der Bahnbewegungen eines Neutronendoppelstern-Systems auf den Energieverlust durch abgestrahlte Gravitationswellen zurückgeführt. Die Messungen stimmten mit Einsteins Vorhersagen gut überein. Die beiden Forscher erhielten dafür 1993 den Nobelpreis für Physik.

Große Mengen Datenmüll

Bereits seit 2000 scannen Forscher des Ligo den Himmel, um vielleicht eine der winzigen Raumverzerrungen zu erwischen. Ein Neutronenstern, der Gravitationswellen aussendet, würde dazu die besten Chancen bieten. Allerdings ist ein Großteil der gesammelten Daten Müll. «Es ist wie mit der Nadel im Heuhaufen: 99,99 Prozent der Daten sind Hintergrundrauschen», sagte Bruce Allen dem Online-Dienst des Fachblatts «Nature».

Aus diesem Grund hoffen die Forscher nun auf die Mithilfe der Öffentlichkeit. Allerdings generiere Ligo so viele Daten und suche nach einem so winzigen Signal, dass sich mindestens eine Million Heimcomputernutzer an dem Projekt beteiligen müssen, um die Chancen wenigstens zu steigern, sagte Allen. Aber selbst wenn alle Rechner der Welt mitrechneten, wäre das noch nicht genug, um den gesamten Datensatz zu analysieren.

Start steht bevor

Die Software für das einstein@home genannte Projekt durchläuft derzeit die letzen Tests. Noch im Februar soll es dann losgehen. Jeder Freiwillige kann sich dann die Software aus dem Internet herunterladen, im Hintergrund nutzt sie dann freie Kapazitäten des Rechners, um die Ligo-Daten zu analysieren.

Wissenschaftliche Rechenprojekte mit Hilfe von Heimcomputern erfreuen sich zunehmender Beliebtheit: 1999 startete das seti@home-Projekt, bei dem nach Signale n von Außerirdischen gesucht wurde. Erst kürzlich gaben Forscher die Auswertung riesiger Datenmengen bekannt, die verbesserte Vorhersagen zum Klimawandel ermöglichten – analysiert mit Hilfe von mehr als 90.000 Heimcomputern.

Ligo ist eine Gemeinschaftsprojekt des California Institute of Technology und des Massachusetts Institute of Technology.
www.netzeitung.de
 

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Anzahl Kommentare: 3
Erstellt von jucker am 07.02.2005 13:38 Abgegebene Bewertung:
hab aufm rechner hier in der firma das seti@home, hab aber noch keinen ausserirdischen gefunden

vielleicht sollte ich mal bei den gravitationswellen mitmachen, vielleicht hab ich mehr glück
Erstellt von fmj am 07.02.2005 13:43 Abgegebene Bewertung:
naja, ist sicher interessant. das beste am seti@home war sowieso der high-tech screensaver *g* wenn einstein@home mit einem ähnlich geilen teil aufmarschiert werd ich das ding bei mir laufen lassen
Erstellt von guru.potzblitz am 07.02.2005 14:13 Abgegebene Bewertung:
http://www.physics2005.org/cgi-bin/wyp.cgi?ID=1000

hier kann man sich direkt anmelden, und wird benachrichtigt wenn das Projekt startet

gruss Potzi@home ^^

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