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Die Fast-Flatrate für Telefongespräche |
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Erstellt von Kugelschreiber am 16.03.2004 21:43
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Bereits im dritten Quartal 2004, orakelt die Telekom, könnte es Pauschalpreise für Telefonate geben. T-Com-Vorstand Josef Brauner schweben zehn Cent pro Anruf vor - plus eines noch nicht bekannten Grundpreises für den Pauschaldienst.
Telefontarife sind kompliziert genug, die Einführung eines "Dr. tel." zu rechtfertigen: Ständig brüten die Telekom und ihre verbliebenen Konkurrenten neue Preismodelle aus, die die Vergleichbarkeit der Kosten nachhaltig verhindern. "Normal" ist die Kombination eines Grundpreises mit wie auch immer definierten Verbindungspreisen und Zeittakten. An diesem Prinzip will auch die Telekom, die im Vorfeld der Cebit selbstbewusst die Einführung einer "Flatrate" für Telefongespräche verkündet, durchaus nicht rütteln.
Weiterhin soll bei dem Preismodell, das die Telekom ab dem dritten Quartal 2004 andenkt, ein Grundpreis mit Verbindungspreisen kombiniert werden. Allein die sind dann "flat", sprich: pauschal. Zehn Cent könnte das Gespräch dann kosten, egal wohin in Deutschland es geführt wird und wie lang es dauert. Der Begriff "Flatrate" gälte damit zumindest für das Einzelgespräch - aber immerhin.
T-Com, die Festnetz-Tochter der Deutschen Telekom, werde bei solchen Modellen "eine Vorreiterrolle" übernehmen, sagte deren Vorstandsvorsitzender Josef Brauner am Dienstag in Hannover. "Wir werden im dritten Quartal mit neuen Angeboten kommen!" Brauner weiß, dass die angedachte Preisinitiative noch nicht wirklich eine Flatrate ist, zeigt sich aber "überzeugt", dass "wir uns immer stärker einem Flat-Angebot in der Telefonie nähern".
Die also leicht vorschnell "Telefon-Flatrate" genannte Preisvariante solle nach Angaben von T-Com-Vertriebsvorstand Achim Berg schon in Kürze der Regulierungsbehörde zur Genehmigung vorgelegt werden. Brauner sagte, er könne sich vorstellen, dass dieses Tarifmodell später auch auf Auslandsgespräche erweitert werde.
Neue Preiswert-Konkurrenz: Internet-Telefonie
Wie auch immer das Angebot gestrickt wird: Hinten muss was für die Kunden herauskommen, denn die nächste Runde im Preisverfall bei der Telefonie kommt. Früher als die Telekom mit ihrer "Flatrate" drängen neue Konkurrenten auf den Markt, die Technik-affinen Kunden endlich die IP-Telefonie näher bringen wollen. Mit Sipgate, freenet, QSC und Broadnet trommeln gleich vier Anbieter zur Cebit für ihre Telefon-Dienste.
Und die sehen heute so aus: Völlig losgelöst vom PC wird das VOIP-Telefon direkt an die DSL-Buchse angeschlossen. Der Dienstleister sorgt für die Schnittstelle zum Festnetz: Während Gespräche bei allen vier Anbietern innerhalb des VOIP-Netzes völlig kostenfrei sind (und zwar weltweit), schlägt die Verbindung zum Festnetz mit 1 bis 2,52 Cent pro Minute zu Buche - die Telekom ist da (je nach Tageszeit und Ziel des Anrufs) drei- bis zwölfmal teurer. Das ist nicht uninteressant, der rosa Riese ist also gefragt.
Die Telekom kassiert fast immer mit
Allerdings kassiert das T-Unternehmen wie fast immer kräftig mit, wenn Konkurrenten ihre Geschäfte machen: Auch in Sachen DSL geht an der Telekom in Deutschland so schnell kein Weg vorbei.
Zwei Tage vor Beginn der Computermesse Cebit kündigte T-Com-Chef Brauner an, dass sein Unternehmen die Breitbandverbindung ins Internet weiter vorantreiben werde - stationär über DSL und mobil über das drahtlose WLAN-Netz. Seit Einführung des DSL-Angebots vor dreieinhalb Jahren wurden mehr als 4,2 Millionen Anschlüsse in Betrieb genommen. Bis Ende dieses Jahres werde diese Zahl auf mehr als fünf Millionen steigen, sagte Brauner. Die massive Nachfrage in den beiden letzten Monaten des vergangenen Jahres habe sich 2004 fortgesetzt.
Das "Wireless LAN" (WLAN) will T-Com ab Januar nächsten Jahres dazu nutzen, um auch unterwegs über die persönliche Festnetznummer erreichbar zu sein. An den bislang 10.000 öffentlichen "Hotspots" für den WLAN-Zugang zum Internet können DSL-Kunden dann auf ihre eigene Festnetz-Rechnung telefonieren.
T-Com ist mit 29,2 Milliarden Euro der größte Umsatzträger des Telekom-Konzerns. Der Umsatz ging im vergangenen Jahr zwar um vier Prozent zurück, wobei zwei Prozent auf den Verkauf der Kabelgesellschaften zurückzuführen sind. Der Gewinn aus dem Betrieb der T-Com-Dienstleistungen kletterte aber um 18 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. "Trotz des schwierigen konjunkturellen Umfeldes und des harten Wettbewerbs haben wir unsere Position weiter gefestigt", sagte Brauner. Beim Weiterverkauf von DSL-Anschlüssen an Wettbewerber komme T-Com diesen mit Abschlägen in Höhe von zweistelligen Prozentsätzen gegenüber dem Endkundenpreis entgegen.
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